Feiner Beerensommer

Dieses Jahr gedeihen Beeren besonders gut, zumindest hier im Garten. Anfang Juli waren die Roten und Gelben Johannisbeeren erntereif. Mitte Juli konnte ich die ersten nennenswerten Erträge von Schwarzen Johannisbeeren einholen. Einige wurden sofort vernascht, der Rest umgehend zu Marmelade verarbeitet.
Jetzt reifen gerade nach und nach die Blaubeeren. Trotz diebischer Amseln ist hier auch eine erste kleine Ernte zu verzeichnen. Die kleinen aromatischen Walderdbeeren reifen unablässig seit Mitte Juni und auch Himbeeren gab es einige – beide gleich in den Mund geerntet.

Brauner Waldvogel

Diesen Sommer flattern viele Schmetterlinge durch meinen Garten. Heute kam mir der Braune Waldvogel (Aphantopus hyperantus), auch Schornsteinfeger genannt, vor’s Objektiv – zugegeben ein schon etwas älteres, ausgefranstes Exemplar. Er ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter und überall in Europa verbreitet.

Edelfalter Brauner Waldvogel an Lavendel

Dieser Falter bewohnt typischerweise lichte Wälder und Waldränder. Pro Jahr wächst eine Generation heran, die von Juni bis August fliegt.
Das Männchen ist schwarzbraun gefärbt. Das Weibchen ist etwas größer und die Färbung ist etwas heller. Die Flügelunterseite hat bei beiden deutliche hellrandige Augenflecken, besonders an den Hinterflügeln. Auf der Flügeloberseite sind diese Augenflecken nur schwach oder gar nicht erkennbar. Die Braunen Waldvögel sind meist mit zusammengeklappten Flügeln zu sehen, so dass man die charakteristischen Augenflecken gut sehen kann.

 

Schmalblättriges Weidenröschen

schmalblättriges WeidenröschenZur Zeit blüht im Garten das Schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium), das sich letztes Jahr hier angesiedelt hat. Diese Wildstaude ist eine Pflanzenart aus der Gattung Weidenröschen. Es kommt auf der nördlichen Halbkugel in der gemäßigten Klimazone vor und besiedelt als Pionierpflanze offene Landschaften und Brachflächen. Diese Weidenröschen-Art wächst straff aufrecht und wird 50 bis 150 cm hoch. Sie breitet sich durch Ausläufer und Samen aus, wird daher von manchen Gärtnern als Unkraut betrachtet.

schmalblättriges WeidenröschenDie Pflanze ist zum Verzehr geeignet und wird für Heilzwecke eingesetzt. Die Blüten eignen sich als essbare Dekoration. Die jungen Blätter können als Salat oder als Gemüse verwendet werden. Sie sollen leicht säuerlich schmecken und einen hohen Vitamin C Gehalt haben. Probiert habe ich sie bisher nicht.
Aus Blättern und Blüten kann außerdem ein Tee hergestellt werden. Der Tee aus den gerbstoffreichen Blättern gilt als wirksames Mittel bei gutartigen Prostatabeschwerden. Der Tee soll auch harntreibend sein und bei Nieren- und Blasenleiden helfen.

Attraktion des Monats: Spitzmorcheln

Fast konnte ich es nicht glauben: Spitzmorcheln wachsen in meinem kleinen Garten – einfach so zwischen Schottersteinen eines unfertigen Wegstückes. Sofort markierte ich die Stelle, damit ich die Pilze nicht zertrete.
Morcheln gehören zu den besten und teuersten essbaren Pilzen. Sie wachsen u.a. gern auf mit Rindenmulch bedeckten Flächen, so eine befindet sich direkt neben dem Weg. Diese Pilze sind sogenannte Zersetzer, d.h. sie mögen abgestorbene organische Substanz. Die Fruchtkörper erscheinen im Frühjahr von März bis Mai – passt genau. Pilze gelten heute übrigens als eigenes Reich, enger mit dem Reich der Tiere als mit dem der Pflanzen verwandt.


Ich erntete 13 Morcheln mit 3-8 cm Länge und trockne sie nun. Getrocknet soll sich der aromatische Geschmack noch verstärken.

Pelzige Flugkünstler: Wollschweber

Wollschweber sind hummelartig behaarte Fliegen, deshalb werden sie auch Hummelfliegen genannt. Diese Zweiflügler sind schnelle, geschickte Flieger, die Standflug bzw. Schwirrflug beherrschen. Sie saugen mit ihrem langen Rüssel Nektar und Blütenpollen und schwirren dazu kolibriähnlich von Blüte zu Blüte. Hier im Garten ist der Große Wollschweber (Bombylius major) zu beobachten, er fliegt schon jetzt im zeitigen Frühjahr.

Großer Wollschweber an Immergrün-Blüte

Erste Kornelkirschen-Blüte

Die im Oktober 2010 gepflanzte Kornelkirsche (Cornus mas) zeigt dieses Frühjahr erstmals Blüten – nicht viele, aber immerhin.

Der in Süd- und Mitteleuropa beheimatete Großstrauch wächst eher langsam. Um seine endgültige Wuchshöhe von 3-6 m zu erreichen, braucht er mindestens 20 Jahre – mein Exemplar ist nicht mal 1 m hoch. Früchte trägt die Kornelkirsche meist nach 5-8 Jahren. Das Holz der Kornelkirsche ist das härteste unter den europäischen Hölzern. Es schwimmt nicht in Wasser, so schwer ist es.

Die essbaren roten Früchte (Kornelkirschen oder Kornellen) enthalten viel Vitamin C. Sie eignen sich z.B. für die Zubereitung von Marmeladen oder Likör. Die im August und September reifenden Kornellen sollte man fast überreif ernten, sie sind dann dunkel- bis schwarzrot und lassen sich so besser pflücken. Auf eine solche Ernte werde ich noch einige Jahre warten müssen

 

Vorbereitungen Hochbeet

Platten als Beetbegrenzung verlebtGeplant ist ein Hochbeet schon länger, nun wird es langsam konkreter. Letztes Jahr bekam ich dank Alfons einige Holzbalken von einem abgerissenen Dachstuhl, die sich für ein Hochbeet eignen. In meinen Garten gelangten die Balken dann mit Hilfe von Jan und seinem alten Bulli.

Das erste Aprilwochenende kommt mit sonnigem, warmem Wetter gerade Recht um mit Vorarbeiten zu starten: Das Hochbeet möchte ich an der Grenze zum Nachbargarten errichten. Damit es von dieser Seite besser zugänglich bleibt, verlege ich dort Gehwegplatten. Auch den anderen angrenzenden Beeten kommt der Plattenweg zugute als Barriere zu nebenan wuchernden Stauden und Wildpflanzen. Jetzt im Frühjahr ist der beste Zeitpunkt für solche Arbeiten, bevor das üppige Grünen beginnt.

Sträucherschnitt

Da der Dezember heuer so mild und frostfrei ist, kann man getrost Sträucher schneiden – was ich ausgiebig getan habe. Da die Zweige jetzt blätterlos sind, erkennt man abgestorbenes und altes Holz besonders gut. Außerdem ist das anfallende Schnittgut nicht so voluminös.

Die stark gewachsenen Triebe aus drei alten Silberweiden-Stümpfen setzte ich komplett auf Stock. Sie werden sonst zu hohen Bäumen, die nicht für den Kleingarten geeignet sind. Die alten Forsythien lichtete ich auch aus, obwohl man das bei Frühjahrsblühern im Winter gar nicht tun sollte. Sie haben ihre Blütenknospen schon an den einjährigen Trieben und den kurzen Seitenzweigen der zwei- bis dreijährigen Triebe angelegt. Mit meinen Dezemberschnitt werde ich weniger gelbe Blütenpracht im kommenden März und April haben, diesmal nehme ich es in Kauf.

Mit dem Haufen Schnittgut verschaffe ich mir gleich für’s Frühjahr Arbeit: Zerkleinern, Häckseln, Verteilen … ein Teil der Zweige soll ins Hochbeet, welches ich 2016 bauen möchte.

Die Tür zum stillen Örtchen …

… war abgefallen. Genauer gesagt, ein gelockertes Stück Mauerwerk am Türrahmen brach heraus und mit ihm der Kloben, der das Türband trägt. Da das Gartenhäuschen bereits im Jahre 1958 erbaut wurde – vor 57 Jahren also – kann so etwas schon mal passieren.
Weil Maurerarbeiten nicht zu meinen bevorzugten Tätigkeiten gehören, bat ich den vielseitig begabten Alex um Hilfe. Und siehe da, mit viel Sachverstand und Improvisationstalent hat er die Tür wieder gangbar gemacht. Danke Alex!

Rasenmäher: Generationswechsel

Noch vor 2 Jahren lobte ich den alten Rasenmäher (Ode an den Rasenmäher), welchen ich 2010 gebraucht übernommen hatte. Nun mag er mir leider nicht mehr so treu zu Diensten sein.

P1020193_Rasenmaeher-verrostet_2015-07Etwas rostig war er ja schon damals. Doch mittlerweile fraß sich der Rost soweit in die Karosserie, dass sich Löcher bildeten, durch die der Rasenschnitt rausgeschleudert wurde.
Im September stand mal wieder Rasenmähen an, der Mäher mähte anstandslos wie gewohnt … gerade nachdem ich den letzten Meter abgegrast hatte, fiel die Griffstange ab und mit ihr der Auffangkorb. Die linke Befestigungsstelle am Gehäuse war einfach durchgerostet. Da sich ein Austausch der Karosserie nicht rechnet, muss ich leider Abschied nehmen vom treuen Gerät, Baujahr 1997. Schade eigentlich, denn der Motor läuft einwandfrei. Der Nachfolger ist mittlerweile eingetroffen und hat sein Debüt gut gemeistert. Sein Motor ist vom gleichen Hersteller – Briggs & Stratton, sollen die besten sein für Rasenmäher. Ich gelobe sorgfältigere Pflege der Karosserie!

P1020243_Rasenmaeher-neu_2015-09

Der Neue hat eine komfortablere Verstellung der Schnitthöhe. Beim Alten fand ich die Farbe schöner … Wiesengrün ;-)

Fledermaus

Fliegende Fledermäuse konnte ich schon oft in der Dämmerung beobachten. Endlich bekam ich die Gelegenheit eine von Nahem zu betrachten.

Fledermaus - vermutlich Mopsfledermaus

Da der Herbst angebrochen ist, dacht’ ich, es wäre gut den Fensterladen auf der Wetterseite des Gartenhäuschen zu schließen. Kam dabei doch eine kleine Fledermaus zum Vorschein, die sich hier einen Ruheplatz gesucht hat. Nach meiner Recherche muss es sich um eine Mopsfledermaus handeln. Den Namen hat sie wegen ihrer mopsähnlichen Schnauze. Sie lebt im Wald und in der Nähe des Waldes – passt. In den frühen Abendstunden geht sie auf die Jagd nach kleinen Insekten. Ihre Ruhequartiere im Sommer wechselt sie häufig. Die Mopsfledermaus gilt als gefährdete Art.

Schnell ein paar Fotos geschossen und den Fensterladen wieder in seine Ausgangsposition gebracht, damit sie ja nicht gestört wird.

Gefleckter Schmalbock

Gefleckter Schmalbock auf Funkienblüte
Dieser schwarz und gelb gefärbte Käfer wird Gefleckter Schmalbock genannt und zählt zur Familie der Bockkäfer. Farbe und Zeichnung sollen bei dieser Art sehr variieren und fungieren als sogenannte Mimikry zur Täuschung anderer Insekten. Sie können, ähnlich wie Heuschrecken, durch Aneinanderreiben von Hinterbeinen und Deckflügeln zirpende Töne von sich geben. Der gefleckte Schmalbock ernährt sich von Pollen, Nektar oder Blütenteilen – z.B. von Doldenblütlern und Disteln.

Amselnest im Weidenstrauch

Bei Familie Amsel hat sich noch einmal Nachwuchs eingestellt. Dazu wurde ein Nest im Weidenstrauch errichtet. Von meiner kleinen Terrasse aus kann ich die Fütterung gut beobachten. Sobald die Mama sich auf dem Nestrand niederlässt und ihren Kopf bewegt, schnellen die drei Amselkücken hoch, machen sich ganz lang und piepen gierig nach Futter. – Mit Hilfe einer Leiter konnte ich einen Blick ins Nest einfangen.

Zitronenfalter

Zitronenfalter an Platterbse

Nein, sie falten keine Zitronen … Zitronenfalter sind Tagfalter aus der Familie der Weißlinge. Die Männchen haben intensiv zitronengelb gefärbte Flügel, die Weibchen sind blasser. Leider zeigen diese schönen Schmetterlinge fast nie ihre Flügeloberseite – wenn sie sich niederlassen falten sie immer sofort die Flügel zusammen. Wenn man sich ihnen nähert, flattern sie auch schnell wieder davon.
Zitronenfalter können als einzige mitteleuropäische Schmetterlingsart im Freien ohne Schutz überwintern, da ihre Körperflüssigkeiten quasi ein Gefrierschutzmittel enthalten. Damit halten sie bis -20 Grad aus. Und Zitronenfalter haben mit 12 Monaten die höchste Lebenserwartung unter den mitteleuropäischen Schmetterlingen.